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Wolfgang Götz (1923 – 1996) Johannes Wolfgang Götz wurde am 12. Februar 1923 in Leipzig geboren. Nach der Schule wurde er 1941 zunächst zum Reichsarbeitsdienst, dann, im Folgejahr, zur Wehrmacht eingezogen. Im März 1944 verlor er durch eine Minenverletzung seinen linken Unterschenkel und wurde daher am 6. Mai 1945 als Schwerbeschädigter aus der Wehrmacht entlassen. Götz absolvierte zwischen Januar 1946 und August 1950 eine Ausbildung zum außerplanmäßigen Lehrer an der Landesschule im ostdeutschen Grimma, wurde jedoch wegen Stellungnahmen gegen die FDJ und die SED 1950, nach absolvierten Prüfungen, entlassen. Er hatte jedoch parallel seit 1947/48 an der Universität Leipzig Kunstgeschichte und Germanistik im Haupt- sowie Geschichte im Nebenfach studiert; im Mai 1952 erhielt er in diesen Fächern sein Diplom; als Diplom-Arbeit legte er „Studien zur architektonischen Bedeutung der Nutzerarchitektur im deutschen Barock“ vor. Er arbeitete dann zunächst von 1952 bis 1954 als Assistent bzw. Oberassistent am Kunsthistorischen Institut der Universität Leipzig, wo man ihm jedoch aus politischen Gründen (Götz engagierte sich in der Liberaldemokratischen Partei) kündigte; allerdings wurde diese Kündigung auf den Protest mehrere Wissenschaftler wieder aufgehoben, so dass Götz 1956 mit „Beiträgen zur Vorgeschichte der Denkmalpflege – Die Entwicklung der Denkmalpflege in Deutschland vor 1800“ promoviert wurde. Am 15. Februar 1958 floh Götz aus Leipzig nach Westdeutschland, da ihm zu Ohren gekommen war, dass die SED ihn als politisch Unbequemen ins Visier genommen hatte. Er nahm Kontakt mit dem ihm seit 1955 bekannten Schmoll genannt Eisenwerth auf und konnte bereits zum 1. Juni 1958 eine Stelle als Assistent am Kunsthistorischen Institut der Universität des Saarlandes antreten. Am 19. Februar 1965 verlieh ihm die Philosophische Fakultät aufgrund seiner Habilitationsschrift „Zentralbau und Zentralbautendenz in der gotischen Architektur“ die Venia legendi für Kunstgeschichte. Im Juli 1970 wurde er dann zum außerplanmäßigen Professor und 1972 zum Wissenschaftlichen Rat ernannt; einen an ihn im Herbst 1977 ergehenden Ruf auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Gesamthochschule Wuppertal lehnte er ab und lehrte bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand am 31. März 1988. Wie Volkelt engagierte auch Götz sich für die regionale Kunst – so war er 1974 - 1993 Vorsitzender der Vereinigung Ludwigskirche, nahm Stellung bei der Diskussion um den Wiederaufbau des Saarbrücker Schlosses und war in zahlreichen saarländischen Gremien, Kommissionen und Kuratorien tätig. Im Juli 1990 beschloss die Leipziger Universität im Gefolge der Wiedervereinigung 1989 die Annullierung der nach seiner Flucht 1958 erfolgten Aberkennung seines Doktorgrades. Nach schwerer Krankheit starb Götz am 2. Februar 1996 in St. Ingbert.

 

Christa Lichtenstern (*29.3.1943) 

 

 

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